Fotografie,  Rund um das Leben

Feierabend … und wie man ihn in der Natur genießen kann

Die Meisten von uns sind ja doch berufstätig und jeder hat seine eigenen Vorstellungen vom sogenannten Feierabend. Und selbst wer nicht berufstätig ist, hat sicherlich auch einen zum Teil mit Pflichten gefüllten Tag und freut sich ebenfalls auf die Freizeit nach der Pflicht-Erledigung – ganz nach dem Motto: „erst die Pflicht, dann das Vergnügen“.

Feierabend (von spätmittelhochdeutsch vīrabent „Vorabend eines Feiertags“) ist die Muße-, Frei- und Ruhezeit und bezeichnet sowohl das Ende des Arbeitstages (z. B. Dienstschluss) wie auch die freie Zeit danach bis zur Nachtruhe.

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Natürlich nutze auch ich den Feierabend nicht täglich für die gleichen Dinge. Das ist auch ganz davon abhängig, wie anstrengend der Tag davor war. Häufig hänge ich, natürlich nicht wirklich zufrieden, einfach auf dem Sofa, weil ich nicht mehr die Kraft habe, irgendwas anzufangen. Daran hindert mich auch „Schweini“ (nein, nicht Bastian Schweinsteiger!), mein innerer Schweinehund. Der findet, dass das Sofa ein tolles Möbelstück ist, von welchem man sich frühestens wieder zum Schlafen gehen zu erheben hat. Ich gehe nicht immer konform mit dieser Ansicht, aber Schweini ist meistens größer und stärker als ich.

Wenn mein Tag es allerdings zulässt, dass noch ein bisschen Kraft und Energie bzw. Motivation für eins meiner Hobbys übrig ist, dann freue ich mich, wenn ich meinen Feierabend sinnvoll (also produktiv – so sagt mir das einer meiner stärksten Glaubenssätze) verbringe. Mir mangelt es sicherlich an so Manchem, ganz sicher aber nicht an Hobbys. Somit gibt es das Wort Langeweile in meinem Sprachgebrauch eigentlich gar nicht (das Wort ist bei uns zu Hause dennoch nicht vom Aussterben bedroht – die Kinder nutzen es spätestens dann, wenn man aus pädagogisch stets sinnvollen Gründen die elektronischen Geräte samt Handy mal zeitweise entwendet).

Zur Zeit ist eine meiner liebsten Feierabend-Beschäftigungen das Fotografieren in der Natur. Nicht immer wird meine Motivation mit Erfolg belohnt, heißt, nicht immer landen ersehnte Pflanzen- oder Tierfotos auf meiner Kamera. Dennoch bekomme ich draußen in der Natur auch ohne Tierfotos den Kopf so richtig frei.

Einfach nur durch Wiesen und Wälder streifen und die Geräusche und Gerüche und Aussichten genießen. Das ist so herrlich. Und sollte ich mich nicht zu einer richtigen Fototour bei meiner besten Freundin aufraffen können (sie wohnt einfach herrlich und man kann dort so schön durch die Gegend laufen, ohne Autos zu hören oder vielen Menschen zu begegnen), dann gehe ich bei uns direkt mit Perla, unserer Labradorhündin, los und hoffe, dem ein oder anderen Hasen zu begegnen oder z.B. ein paar Mohnblüten ablichten zu können. Draußen herum laufen ist einfach für die Seele und den Körper gut und danach fühlt man sich immer besser.

Wenn ich dann an manchen Abenden mit meiner Freundin durch die Landschaft streife, um tolle Tierbilder zu machen, die meine Freundin aufgrund ihres Wohnortes (und ihrer täglichen dortigen Spaziergänge) ständig präsentieren kann, komme ich doch das ein oder andere Mal ohne nennenswerte Bilder nach Hause. Und wenn ich mich dann ordentlich ärgere, weil ich stundenlang „umsonst“ rum geschlichen bin, werde ich nach einiger Zeit doch wieder mit schönen Tierbegegnungen belohnt. Nicht immer ist es dann noch so hell, dass ich die schönen Geschöpfe gut fotografieren kann, aber alleine die Begegnung mit den scheuen Wild-Tieren ist schon magisch für mich.

Was ja schon lange auf meiner „Bucket-List“ stand (Liste der Dinge, die ich unbedingt noch erleben möchte, bevor ich irgendwann mal den Löffel abgebe – zu Deutsch daher auch Löffel-Liste genannt), war eine Begegnung mit einem Eisvogel. In vielen Fotogruppen auf Facebook sieht man immer wieder tolle Fotos von diesen wunderhübschen kleinen bunten Vögeln. Sie sind unglaublich hektisch (wahrscheinlich mag ich sie deshalb so gerne, weil sie mir in dieser Hinsicht so ähnlich sind) und scheu zugleich. Keine gute Mischung, um sie leicht ablichten zu können. Sie halten sich gerne auf herabhängenden Ästen an Gewässern auf, um dann den ein oder anderen Fisch zu ergattern.

Und vor ein paar Tagen war es dann soweit – meine Freundin und ich waren mal wieder mit der Kamera bewaffnet (mit meiner neuen Panasonic Lumix DC FZ82 – meine Freundin hat, wie bereits in einem anderen Beitrag beschrieben, die gleiche Bridge-Kamera) in der Gegend unterwegs. Meist gehen wir jetzt, wo es lange hell ist, von 19 bis 22 Uhr raus. Ich kann das Gefühl kaum beschreiben, das mich ereilte, als ich an einem kleinen Fischteich den Eisvogel im Baum sitzen sah – und dort saß dann auch noch der zweite Eisvogel – diese Vögel sind meistens als Pärchen unterwegs.

Was ich noch unbedingt hinsichtlich der Kamera erwähnen muss: sie hat ein Touch-Display und damit kann man auch Dinge, die, wie hier der Eisvogel, hinter Blättern oder ähnlichem versteckt sind, relativ gut heran zoomen. Mit meiner alten Sony wäre ich hier absolut kläglich gescheitert, sie hätte immer nur die Blätter im Vordergrund scharf gestellt und nie dieses kleine versteckte Tierchen (was frei Hand leider auch nicht wirklich scharf geworden aber doch klar erkennbar ist).

Später sahen wir dann noch eine Ricke, einen Rehbock und einen Fuchs. Und danach wurde ich dann von einem weiteren, ob meiner Anwesenheit verärgerten, Reh angebellt. Ja, Rehe bellen, gerne schaut mal bei YouTube vorbei, dort gibt es Videos dazu. Ich muss nicht extra erwähnen, dass ich mit einem solch breiten Grinsen meinen Feierabend abgeschlossen habe, wie schon lange nicht mehr.

Besonders hervorragend sind die Bilder nicht geworden aber als Beweis für einen mega schönen und magischen Abend taugen sie allemal und werden mich immer daran erinnern, dass es sich lohnt, nach einem langen Arbeitstag den Allerwertesten hoch zu bekommen, um nach draußen zu gehen.

Und weil wir ja eh schon einen Lauf hatten was die Tiere betraf, bekamen wir noch einen traumhaften Sonnenuntergang vor die Linse. Was will man an einem Abend noch mehr?

Wie verbringt Ihr denn euren Feierabend am liebsten? Hinterlasst hier gerne einen Kommentar oder ein Foto, ich würde mich freuen.

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